
Teil 1: Mein erstes Barcamp - Das ist was zum Knutschen
von Tillmann Allmer
Soll ich Euch mal ein Geheimnis verraten? Auch wenn es vielleicht gerade niemanden wirklich interessiert: Ich bin Jungfrau. Das BarCamp Berlin 3 wird mein erstes BarCamp werden. Und ich bin schon ziemlich aufgeregt. Obwohl, wenn man es sich recht überlegt - gerade in Zeiten, in denen alles im Umbruch ist, das Private und das Öffentliche sich im Internet vermischen und eine gepflegte Internetexistenz alle (aber auch wirklich alle) Qualitäten einer Realexistenz ersetzten kann - sollte man das so eigentlich nicht mehr sagen, denn es ist heutzutage nie mehr etwas das erste Mal. Eigentlich kenne ich das ja alles schon: Von BarCamps habe ich mal was im Internet drüber gelesen, das klang irgendwie interessant, da haben auch sehr viele drüber gebloggt, aber deswegen nimmt man ja nicht gleich an so etwas teil. Jetzt aber schon, weil an dem Wochenende hatte ich noch nicht richtig was vor und das klingt ja auch immer interessant, wenn andere darüber reden. Konkreter formuliert: BarCamp Berlin 3? Ich bin dabei!
Was ist eigentlich ein BarCamp? Alkohol und Liebe!
Das erste Mal kam mir der Begriff im Frühjahr 2007 entgegen gesurft. Da hab ich das aber auch erstmal verwechselt mit dem, was ich vorher schon immer über plogbar wissen wollte, mich aber nie getraut habe, zu fragen. Das Gehirn ist ein sonderbares Organ. Es lässt sich gerne ablenken und clustert sich dann Definitionen Marke Eigenbau zusammen. Monatelang dachte ich also, “BarCamp, ist doch klar, da treffen sich Leute in ‘ner Bar (campen da eventuell, oder so?) und machen irgendwas mit Computern.” Neben dem Lockruf der damit wahrscheinlich konsumierten Alkoholika verband sich mir mit “BarCamp” aber durchaus auch die Kunst der Verführung und der Liebe. Schuld daran ist dieser Song von Datarock über eine Jugendliebe im Zusammenhang mit einem Computercamp in den 1980ern :
(Video auf last.fm: Datarock - Computer Camp Love)
So etwas beflügelt natürlich ungemein die Phantasie an. An dieser Stelle vielleicht nur so viel: ich irrte.
Im August 2007 klärte sich die Sache dann auf. Leider, muss ich sagen. Das BarCamp Cologne 2 fand statt und ein total toller Blogger, den ich von Ferne auf der re:publica07 gesehen hatte, twitterte und bloggte über seine Katzencontent-Session auf dem BarCamp Cologne 2. Ich so: “Katzencontent-Session?” Mein Gehirn so: “Ja, ne? Hätte ich jetzt so auch nicht gedacht.” Schnell war er dann gelesen der wunderbare Übersichtsartikel Was ist eigentlich BarCamp? und auch noch mal bei Wikipedia reingelesen. Bei “Bar” geht es wohl tatsächlich eher um eine metasyntaktische Variable, als um eine Futterklappe für Alkoholisches und bei “Camp” zerplatzen alle meine Träume an eine sommerliche Zeltplatzliebe. Hinzu kam die frage, ob sich der Teil mit dem Schlafsackmief in den Veranstaltungsräumen mit meinem damaligem Lebensstandard überhaupt decken ließe? Dann gab es Streams und Podcasts und Geschreibsel von anderen Teilnehmern und Leuten die Leute kannten, die schon mal auf einem BarCamp außerhalb von Europa waren, alles toll! Aber leider nichts für mich. Mich begeisterte die Begeisterung der Teilnehmer und doch wusste ich insgeheim: das ist etwas für eingeschworene Kreise. Mein Gehirn und ich dachten, wir als Kultur- und Medienfuzzis haben auf so einem Internetfuzzi-Event sicher nicht viel verloren. Und doch, als Veranstaltungsformat einer “Un-Konferenz” mit sehr hohem Selbstbeteiligungsfaktor der Teilnehmer blieb mir das Konzept von BarCamp positiv im Kopf. So positiv, dass es nun Zeit ist, da mal selber mitzumachen.
Ob man den ursprünglichen Geist dieser Bewegung auf diesem doch ja nun recht groß geratenen sowie medienwirtschaftspolitisch vernetzen BarCamp Berlin noch finden wird? Na, ich denk mal sicher doch! Die Zelte sind aufgeschlagen, die Regeln studiert. Ich arbeite sogar eine Session aus, die alle Teilnehmer ganz sicher interessieren wird. Und ein magentafarbenen Schlafsack für die Übernachtung am Veranstaltungsort liegt auch bereit. Bleibt nur noch diese dumme Sache mit dem Knutschen. Aber kann ja sein, dass Tara Hunt auftaucht, oder?
Wir freuen uns: Unser Gastautor Tillmann Allmer (aka @tristessedeluxe) wird Eindrücke von seinem ersten BarCamp mit uns an dieser Stelle teilen.



































































Danke für die Blumen und viel Spaß auf dem Barcamp.
Oh, wie schön, ich bin nicht die einzige, die noch nie bei einem BarCamp war! Das macht mir Mut. Der Gedanke “Eigentlich habe ich als Medien- und Event-Uschi bei den Internet-Uschis gar nichts verloren…” ging mir auch durch den Kopf, aber ich lerne so gern neue, äh, Welten kennen. Bin sehr gespannt, hoffe auf Geduld und Nachsicht mit unbeschriebenen Blättern.
Naja, zumindest vom Knutschen verstehe ich ein bisschen was, das ist ja eher universal. Kann ich aber leider nur theoretisch erörtern, praktische Übungen sind da auf einen sehr kleinen Teilnehmerkreis beschränkt…
Wie auch immer: Ich freu mich auf’s BarCamp!
wie immer, echt gut geschrieben. du immer mit dem knutschen…was für eien session bereitest du denn vor, worum geht es denn da.
Arbeitstitel der Session: “Wie bekomme ich endlich wieder direct messages von twitter kostenlos als SMS aufs Handy?
Kann man auch als Microsession halten.
Der wunderbare Übersichtsartikel (Danke!) wird demnächst ein verdientes Update erfahren, um den Entwicklungen in den letzten 18 Monaten Rechnung zu tragen. Hiermit setze ich mich jetzt offiziell unter Zugzwang.
@Franz jawoll ;)
Huch, wie sympathisch. Wäre ich diesmal zum BarCamp gekommen, so wäre das mein erstes BarCamp. Leider sitze ich hier in der Provinz und schaue mir einen nichtvorhandenen Text an, den zu schreiben ich (noch) nicht im Stande bin, aber sicher gleich oder etwas später. Eines Tages wird das jeweilige BarCamp dann mein erstes sein. Vorfreu. Ich wünsche Spaß, Erfolg, Glück, Erkenntnis, etc. p.p. Was man halt so braucht.